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Gehirn: Lernen wie die Kinder?

Gehirn - Brain

Lernen durch mehr Plastizität

Gehirn&Geist beschreibt in dem aktuellen Artikel, wie es in Zukunft möglich sein könnte, durch spezielle Medikamente, dem Gehirn des Erwachsen wieder sein ursprüngliche Lernfähigkeit (Plastizität) wieder zurück zu geben – zumindest in Teilen. Wir kennen die Problematik bei Arbeit mit dem NEURONprocessor, der darauf abzielt diese etablierten Denk- und Wahrnehmungsmuster bei Erwachsenen „auszutricksen“.

 

„Das reifende Nervensystem von Babys und Kindern macht intensive Lernphasen durch. Da Forscher die neurophysiologischen Vorgänge dieser kritischen Perioden immer besser verstehen, eröffnen sich ihnen Möglichkeiten, das Gehirn von Erwachsenen wieder plastisch und offen für neue Erfahrungen zu machen.

„Die Gewohnheiten, die wir in der Kindheit ausbilden, machen keinen kleinen Unterschied, sondern tatsächlich den Unterschied schlechthin“, verkündete der griechische Denker Aristoteles schon vor mehr als 2000 Jahren. Die jüngsten Ergebnisse der Hirnforschung stützen diese Lebensweisheit. Das Gehirn festigt die entscheidenden Nervenverbindungen in bestimmten monate- oder gar jahrelangen Phasen intensiver Entwicklung, die als kritische Perioden bekannt sind; die meisten treten in früher Kindheit auf, einige erst in der Adoleszenz. Neurowissenschaftler haben bereits kritische Perioden für Sehen, Hören, Sprache und verschiedene Formen sozialer ­Interaktion identifiziert. Während einer solchen Phase ver­anlassen etwa einfallende Licht- und Tonsignale das Gehirn, zwischen den Hirnzellen Verbindungen zu knüpfen, die bis ins hohe Alter bestehen bleiben.

Es kann schlimme Folgen haben, wenn eine kritische Periode nicht genutzt werden kann. Ein Kind wird dadurch mitunter sehbehindert oder anfällig für Autismus. Bei einem Säugling, der mit einer Linsentrübung in einem Auge zur Welt kommt und die Umwelt nur eingeschränkt wahrnimmt, können sich während der visuellen kritischen Periode, die mit acht Jahren endgültig endet, wichtige Verbindungen zwischen Hirnzellen nicht bilden. Danach hat das Kind nur noch eine extrem geringe Chance, seine normale Sehfähigkeit zu ent­wickeln.“

 

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