In diesem Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Welche Aufgaben können deutsche Schulen und Bildungseinrichtungen in der Krise außerhalb ihrer Kerntätigkeit übernehmen“.

 

Medienkompetenz erhöhen

Lehrer und Betreuer sollten, wo auch immer sich verfügbare Zeiteinheiten bieten, ein starkes Augenmerk auf den Ausbau von Medienkompetenz legen – für sich selbst und für die Schüler, um diesen auch auf Augenhöhe begegnen zu können.

 

Digitales Lernen forcieren

Darüber hinaus sollte unbedingt die Ausarbeitung bzw. Weiterentwicklung eines Konzeptes für das digitale Lernen forciert werden – eine mögliche Blaupause hierfür haben wir in unserem 3. Teil aufgezeigt. Gerade Lehrer sollten bei der Entwicklung einer Lernplattform einen wesentlichen Beitrag leisten, da sie tagtäglich „an der Front“ sind. In der jetzigen Phase können sie „live“ dabei unterstützen, ein solches Konzept zu entwickeln und umzusetzen.

 

Kommunikationswege festlegen

Eine Abstimmung mit den Eltern sollte auch in der jetzigen, noch weiter andauernden Phase, vorgenommen werden. Ziel ist herauszufinden, wie man im Team (Lehrer und Eltern) mit den Kindern am besten arbeiten kann:

  • Welche Unterstützung wollen Eltern beim Lernen zu Hause konkret.
  • Material zur Verfügung stellen und auf welchem Wege.
  • Eventuell „sichere“ Hausbesuche machen, wenn Eltern nicht klarkommen.
  • Videokonferenzen für die bestehenden Klassenverbände anbieten, damit Kinder sich weiterhin sozial austauschen können.

 

Gemeinsame Teams mit den Schulbehörden

Auch sollte eine engere Verzahnung zwischen den Schulbehörden und den Schulen und Lehrern erfolgen, um mehr Praxisnähe und einen besseren Austausch zu ermöglichen. Hier brauchen einfach nur kooperierende Teams zu konkreten Aufgaben gebildet werden, was technisch kein Problem darstellt – z.B. über Microsoft Teams oder ähnliche Lösungen. Nach der Krise sollte durch diese Teams eine Verbesserung des Schulsystems und Optimieren der Abläufe angestrebt werden.

 

Kooperation

Schulen können / sollten miteinander kooperieren, um gemeinsame Inhalte (Content-Pools) aufzubauen, damit nicht jede Schule die erforderlichen Inhalte selber erstellen, digitalisieren und einbinden muss. In diesem Zusammenhang sei auch an die möglichen direkten Kooperationen mit Anbietern von Schulbuchverlagen und Content-Plattform (Inhalte) erinnert, damit man bereits jetzt im Ansatz – und später verstärkt – Inhalte direkt über diese Partner einspeisen kann. Hierbei gilt es, die erforderlichen Lizenzen (ggf. Rechte und Gebühren) zu regeln. Darüber hinaus sollten sich Lehrer gleicher Fachrichtungen auf Online-Konferenzen inhaltlich abstimmen – ggf. auch dauerhafte Arbeitsgruppen (Teams) bilden.

Siehe auch:
3. Teil – Optimale Werkzeuge, Konzepte und Strukturen, welche die Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland aufbauen können, die auch über die Krise hinaus zukunftsträchtig sind | Punkt 3 – Inhalte-Ebene: Lehrmaterialien“.

 

Schüler: Seniorentelefonpartnerschaften

Schüler der 6. bis 8. Klassen könnten Seniorentelefonpartnerschaft übernehmen. An 2 – 3 Tagen die Woche könnten dann gemeinsame (Video)Telefonate erfolgen, um für beide Seiten Nähe zu erzeugen. Dieses würde den Stressfaktor bezüglich der Isolation senken, der sich negativ auf das Immunsystem auswirkt.

 

Schulkantinen und Caterer: Heimlieferung

Schulkantinen und Caterer könnten Heimlieferung anbieten, um Familien bzw. Eltern zu entlasten. Dieses würde helfen, Arbeitsplätze zu erhalten.

 

Datenverwaltung

Die verbleibende unterrichtsreduzierte Zeit könnte zum „Aufräumen“ und Neuorganisieren der technischen Infrastruktur genutzt werden.

 

Im Notfall: Räumlichkeiten

Schulen können im Notfall Räumlichkeiten zur Verfügung stellen – insbesondere Turnhallen. Diese könnten für mobile Krankenhäuser genutzt werden.

 

Bildungseinrichtungen

Bildungseinrichtungen können sich als Weiterbildungseinrichtungen in dieser Zeit etablieren und sollten diese Chance nutzen. Die neue Zielgruppe hierbei sind Eltern, um diese in der Unterrichtung von Kindern zu unterstützen bzw. diese zu flankieren – und zwar ähnlich dem „Nachhilfe-Prinzip“, was auch zu einem qualitativ besseren Markt für Nachhilfe führen würde.

Zur Umsetzung dieser Idee ließen sich die existierenden Online-Infrastrukturen innovativer Bildungseinrichtungen nutzen. Bildungsträger ohne eine solche Struktur können Lernthemen nach unserer Blaupause einer optimalen Lernplattform (siehe 3. Teil) aufbauen – anfänglich noch mit den erwähnten rudimentären Tools und später mit einer ausgereiften Online-Infrastruktur (LMS).

 

Im nächsten Teil unseres Projektes „Optimales digitales Lernen während und über die Krise hinaus“ geht es um die Fragestellung „Wie lange der möglicher Zeitraum der kritischen Phase der Pandemie für deutsche Schulen und Bildungseinrichtungen in Deutschland noch andauert“.

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